Am 4. Januar ging es ab nach Miami. Hier in Washington waren morgens noch
Minusgrade und als ich nachmittags aus dem Flughafengebäude in Miami raus kam, schienen die 16°C oder was auch immer wir da hatten (auf jeden Fall viel kälter als Papa sich das wohl vorgestellt hatte) sehr warm für mich!
Aber der Reihe nach: Als ich aus dem Flieger kam, hatte ich erstmal gar keine Ahnung wo ich hin sollte und die Schilder haben mich ein bisschen zufällig zu den
richtigen Gepäckbändern geführt. Da warteten dann schon Mama und Papa (ich hatte ja auch Verspätung)... nach 6 Monaten! Am ersten Abend in Miami Beach gabs dann seeeehr viel zu erzählen und am nächsten Tag gings frisch und munter durch ein paar Regenwolken (auch das hat sich Papa wohl anders vorgestellt, aber mit dem neu gekauften Pulli war er für jedes Wetter gerüstet (?) *gg*) nach Key West.
Das Highlight der Leute da ist es wohl den Sonnenuntergang zu sehen. Der war dann auch sehr schön, direkt am Wasser mit Unterhaltung von ein paar Kleinkünstlern - Key West eben! Ansonsten gabs da viele kleine Läden (was man in den großen Städten ja nicht viel findet), Bars und coole Leute. Aber nach ein zwar Tagen hat man dann auch alles gesehen. Am nächsten Tag ging es in die Everglades. Das Sumpfgebiet muss im Sommer ziemlich schwül sein und so haben wir uns einen guten Zeitpunkt zum Besuch ausgesucht. Es war sonnig und warm und so haben wir einen Rundweg durch den Nationalpark gemacht, nicht wirklich sicher, was uns erwarten würde. Zur großen Überraschung haben wir dann gleich einen ganzen Haufen an Alligatoren gesehen... man brauchte wirklich nicht suchen!!! Und die lagen vielleicht drei, vier Meter von uns entfernt in der Matsche und wir standen auf einem ömmeligen Holzsteg. Das war ziemlich cool, aber nach einer Weile hat man sich gefragt, ob diese steifen Tiere wirklich lebendig sind. Aber ja, sie haben sich auch bewegt!
Die Nacht haben wir in Everglades City verbracht, was nur ein 1000 Seelen Dörfchen war, aber nach den ganzen Großstädten mal eine schöne Abwechslung. Am nächsten Morgen ging es zurück in den Nationalpark zu einer Bootstour mit Rangern. Die haben uns um 10.000 Inseln rumgeführt und auf einmal ist neben unserem Boot ein Delfin aufgetaucht. Wow! Alle wollten natürlich ihren Schnappschuss ergattern und die Rangerin hat den Motor für den Delfin noch ein bisschen angeschmissen, weil der besonders gerne in der Wellenbewegung geschwommen ist und mit dem Wasser gespielt hat! Auf dem Rückweg sind wir nochmal zwei Delfinen begegnet, was die Tour einen Ausflug wert gemacht hat (Wasser, Bäume und Vögel kann man schließlich auch am Baldeneysee finden!). Von den Everglades ging es weiter an die Golfküste nach Naples. Dort haben wir zwei Tage Strandurlaub gemacht und haben uns am dritten Tag noch die schöne Insel Sanibel angeguckt und dort übernachtet.
Da hat man sich schon fast wie in Europa gefühlt (vielleicht ein bisschen Albarella?). Die Leute fuhren mit Fahrrädern auf der Insel vom Strand zum Restaurant zum Hotel oder sonst wo hin (naja, viel mehr gabs dann auch nicht). Auch auf Sanibel konnte man einen wunderschönen Sonnenuntergang sehen und nach Sonnenaufgang ganz ausgefallene Muscheln am Strand finden. Nachdem ich Mama und Papa eine Reisetasche an Klamotten mit nach Deutschland gegeben hatte, mussten sie also auch noch ein Pfund Muscheln zurücktransportieren :-) Schließlich ging es quer durch Florida zurück an die Atlantikküste. Mitten auf dem Highway gab es auf der Gegenfahrbahn einen Unfall mit einem brennenden Auto (den wir schon aus der Ferne gesehen haben) und es hat sage und schreibe mindestens 40 Minuten gedauert, bis uns ein Feuerwehrwagen entgegen kam, der dann immer noch eine Strecke bis zum Unfallort vor sich hatte, weil wir mittlerweile lange dran vorbei waren. So groß ist Amerika, da gabs anscheinend keine nähere Feuerwache zwischen den beiden Küsten. Achja, tanken konnte man auf der ganzen Strecke auch nicht! Einen Tag hatten wir dann noch in Fort Lauderdale bei den Reichen und Schönen. Mit der Water Taxi sind wir durch die Kanäle gefahren, ein Haus war größer, schöner, prächtiger als das Nächste. Jedenfalls war alles riesig, sodass mir jetzt nicht mal mehr ein Beispiel einfällt, welcher Promi da sein Ferienhaus mit Yacht hatte.
Nach einer Woche hieß es dann wieder Good-Bye sagen und in einem halben Jahr sehen wir uns auf jeden Fall wieder. Auf dem Rückflug hätte ich fast meinen Anschlussflieger in Charlotte verpasst und da ich es fast nicht ins zweite Flugzeug geschafft hatte, war es gar kein Wunder, dass mein Koffer in Washington nicht auf dem Laufband erschien! Nachdem ich den Sicherheitsmann dann dreimal versichert hatte, dass ich am richtigen Laufband war und dass mein Koffer wirklich nicht am Flughafen angekommen ist wurde mir gesagt, dass er mit dem nächsten Flieger aus Charlotte kommt und mir nach Hause geliefert wird... was für ein Service. Zum Glück ist mir das Koffermissgeschick nicht auf dem Hinflug passiert. Hier in Arlington hatte ich zum Glück noch Sachen für eine Nacht (man sollte es nicht glauben, wenn man meinen Koffer gesehen hätte *hehe*) und am nächsten morgen um 6 Uhr klingelte dann auch schon mein Handy. Irgendwer hatte irgendwas zu erzählen und ich hatte
nicht die beste Laune zu der Uhrzeit. Jedenfalls hat der Mann am anderen Ende gemerkt, dass ich mir nicht die größte Mühe gebe, ihn zu verstehen und meinte nach einer Weile nur, er stände mit meinem Koffer vor unsere Haustür. Na das war doch mal eine Aussage, die ich auch um 6 Uhr verstehen konnte! Da ich dann sowieso schon wach war, habe ich meine Urlaubswäsche gewaschen und war dann bereit mich in den Au Pair Alltag zurück zu stürzen! Mittlerweile arbeite ich wieder meine 45 Stunden Woche (ok... manchmal ein bisschen weniger, was mir trotzdem lang vorkommt!) und Jan versucht mich zum Verlängern zu Überreden. Die Kinder haben ihre gewöhnlichen Ausraster und so bin ich mir am Ende eines langen Tages sicher, dass ein Jahr Au Pair Sein reichen wird :-) Demnächst fangen wir wohl an, nach einer neuen und letzten Kandidatin zu suchen; wenn Jan nicht doch aufhört zu arbeiten!
So... jetzt hab ich noch gar nicht von den Outlet Mall und Starbucks Besuchen mit
Anja erzählt, oder von dem neuen deutsche Au Pair, was weder Fernsehen, noch Internet, PC oder Auto in ihrer Familie zur Verfügung stehen hat, oder von unseren Skifahrplänen, meinen Urlaubs-/Reiseplänen, oder dem neuen Badezimmer und den Umbauplänen, oder den neuen Autobeulen und und und... aber die nächste Mail kommt bestimmt - und vielleicht schon vor dem nächsten 25.!
Bis dahin liebe Grüße aus Arlington, Eure Carmen




