Hallo nach Hause!
Heute melde ich mich nur kurz, denn Hannah aus Deutschland ist zu Besuch und wir haben eine Menge vor!
Sie kam am Mittwoch Abend an und ich wollte sie vom Flughafen abholen. Die Überraschung, dass man in Amerika bis ans Kofferband gehen kann um Leute zu empfangen, ist leider misslungen, weil ich erst im total falschen Teil vom Flughafen war. Das ist mir vorher nicht aufgefallen, weil Hannahs Flug Verspätung hatte und ich in Ruhe mit Anja, einem anderen Au pair, telefoniert hatte, um die Zeit tot zu schlagen. Bald stand Hannahs Flug nicht mehr auf den Bildschirmen, wo man eigentlich sehen sollte, zu welchem Kofferband das Gepäck geliefert würde. Also bin ich auf und ab gegangen und weil es schon fast 22 Uhr war, war am Flughafen nicht mehr viel los.
Über Handy haben wir versucht uns zu erreichen, aber als Hannah mir versichert hat, dass sie genau am Kofferband mit der Nummer 3 stände und ich auch, wussten wir, dass da was nicht stimmen kann!
Zum Glück waren wir am gleichen Flughafen! Und nach ein bisschen Fragerei habe ich in den anderen Flughafenteil gefunden (ich wusste gar nicht, dass der nationale Flughafen so groß ist!).
Der Weg zurück zum Auto im Parkhaus war auch noch etwas abenteuerlich. Obwohl ich mich auf dem Hinweg extra konzentriert habe, um mir den Weg zu merken, sind wir erst mal nicht zurück ins Parkhaus gekommen. Rolltreppe rauf, Rolltreppe runter und dann hatten wir es doch gefunden und die Parkplatznummer konnte ich mir zum Glück merken, sodass wir bald am Auto waren! Nach einem kleinen Umweg durch D.C., der zwar nicht geplant war, aber durch den Hannah fast alle Monuments schon einmal aus dem Auto zu sehen bekam, haben wir den Weg nach Arlington gefunden.
Zu Hause angekommen haben wir dann erst mal bis in die Nacht hinein gequatscht und das Programm für den nächsten Tag hieß: Kinderbelustigung. Teagan hatte um 9 Uhr ihre Turngruppe und nachher waren wir noch auf dem Spielplatz.
Samstag ging es nach New York. New York die Vierte! Zum dritten Mal mit dem Chinatown-Busunternehmen und natürlich haben wir wieder was erlebt. Diesmal ging es erst nachts um halb vier los (sonst immer schon um halb zwei) und wir kamen problemlos um halb acht morgens in Manhattan an.
Übers Internet hatte ich schon Tickets für die Liberty Island mit Freiheitsstatue und Ellis Island gebucht und so haben wir uns um 8 Uhr in die schon sehr lange Schlange im Battery Park eingereiht, um auf die Fähre zu kommen. Zum Glück ging es mit den Sicherheitskontrollen recht schnell und es passten viele Leute auf eine Fähre, sodass wir um 9 Uhr auf dem Wasser und auf dem Weg zur Liberty Island waren.
Von so Nahem sieht die Freiheitsstatue noch beeindruckender aus und auf Ellis Island (der zweite Stopp mit der Fähre) gab es ein überraschend großes und recht interessantes Museum in den Gebäuden, durch die früher Menschen nach Amerika eingewandert sind.
Nach dem ganzen Schiff fahren, sind wir zum Ground Zero gelaufen, wo sich seit letztem Juni (als ich das erste Mal da war) ein bisschen was verändert hat und auf den Plakaten steht, dass die Bauarbeiten für die neuen Gebäude 2012 abgeschlossen sein sollen. Noch kann man sich aber kaum vorstellen, dass da wieder was stehen soll.
Von dort aus ging es weiter zur Wall Street und Börse, die natürlich am Samstag geschlossen war, man sie aber trotzdem nicht übersehen konnte, weil hunderte Touristen davor standen :-)
Nach einem kurzen Abstecher zur Brooklyn Bridge, von der man eine ganz tolle Aussicht auf Manhattan hatte, haben wir uns dann endlich auf zum Times Square gemacht. Was wäre ein Besuch in New York auch ohne Times Square!
Leider haben wir vergeblich nach einer leckeren Eisdiele gesucht, aber auch ohne Eis konnten wir uns ein bisschen im Central Park von der New Yorker Hektik entspannen.
Abends sind wir noch aufs Rockefeller Center gegangen, von wo aus man einen super schönen Blick mit Sonnenuntergang zwischen Central Park und Empire State Building hatte.
Meine kleine Straßenkarte, die uns den ganzen Tag lang durch Manhattan geführt hatte, hatte ich leider verloren und so wurde ich etwas unruhig, weil wir vom Rockefeller Center bis um 9 Uhr zurück in Chinatown sein mussten, um den letzten Bus an dem Tag zurück nach D.C. zu bekommen. Nach viel Fragerei und 5 verschiedenen Ratschlägen von 5 Leuten haben wir dann eine kleine Abkürzung mit der New Yorker U-Bahn genommen (die ist einfach nur total chaotisch und selbst New Yorker sind sich über Fahrpläne nicht sicher und tragen vorsichtshalber immer eine Karte bei sich).
Durch das Bahn fahren hatten wir uns den kilometerlangen Weg zurück nach Chinatown gespart, aber von der Haltestelle, wo wir ausgestiegen waren, schien es uns fast unmöglich nach Chinatown zu finden. Zwar wussten wir, dass es sich nur um ein paar Blöcke handeln kann, aber wenn man nicht weiß, in welche Richtung man 500 Meter laufen soll, dann ist es in 15 Minuten nicht zu schaffen :-)
Auch die Leute auf der Straße konnten nicht helfen und so haben wir in letzter Minute ein Taxi genommen. Eigentlich hatte ich gedacht, dass es uns auf jeden Fall zur angegeben Adresse der Bushaltestelle fahren könnte, aber auch der Fahrer meinte, er wüsste den Weg nicht genau. Und es war schon kurz vor neun. Letztendlich habe ich das Busunternehmen per Telefon erreicht und die haben dem Taxifahrer den Weg gesagt. So waren wir um 9 Uhr an der Haltestelle!
Aber nicht genug der Aufregung: Der 9.30 Uhr Bus stand zwar dort, war aber der Chinesin nach "schon voll". Ich war so sauer, weil sie an andere Leute immer noch Tickets verkauft hat und erst dachte, dass sie uns nur nicht im Bus haben will, weil sie durch unsere vorherbezahlten Tickets von uns kein Geld mehr nehmen konnte. Nach kurzer und lauter Diskussion (sie wollte immer, das ich mich hinsetzen und warten soll) hat sie versprochen, dass noch ein Bus käme. Der volle 9.30 Uhr Bus ist weggefahren, aber zum Glück standen mit Hannah und mir noch um die 15 andere Leute in Chinatown, die auch schon Tickets hatten und entweder nach Philadelphia, Baltimore oder D.C wollten. So musste also noch ein Bus fahren!
Wie versprochen kam schließlich auch noch ein allerletzter Zusatzbus, in den alle Leute einsteigen sollten. Nachdem sie uns 2 Stunden im Bus haben sitzen lassen, haben sich immer mehr Fahrgäste beschwert und letztendlich sind wir nach 11 Uhr aus New York gekommen (die reservierten Tickets waren für 9.30!!!!). Schon im Bus war eigentlich klar, dass in D.C. keine Metro mehr fahren würde und so haben Hannah und ich schon mal unser Restgeld gezählt, mit dem wir ein Taxi bezahlen mussten.
Zum Glück sind wir sicher um kurz vor 3 in Washington angekommen, haben ein Taxi genommen und lagen um 4 Uhr nach einem Tag, der länger und stressiger war als geplant, im Bett!
Natürlich will ich nie wieder Chinatown Bus fahren, aber weiß eigentlich auch schon, dass ich es noch mindestens ein Mal machen werde. Mal sehn, was dann passiert!
Heute (Sonntag) finden überall "Memorial Day" Veranstaltungen statt. Der Feiertag selbst ist morgen, wo in D.C. auch noch viel los sein wird. Hannah und ich gehen heute Abend zu einem Konzert und Feuerwerk und müssen uns bis dahin noch ein bisschen ausruhen!
Dann wird es langsam Zeit, dass Hannah noch mehr von D.C. zu sehen bekommt. Hier geht es ja zum Glück ein bisschen ruhiger zu als in New York!
Liebe Grüße aus Arlington, bis in 54 Tagen, Carmen




