Nur noch ein paar Tage Au pair und manche Anderen, die mit mir letzten Juni in die USA geflogen sind, fliegen schon in zwei oder drei Wochen nach Hause. Für mich sinds noch ein paar Wochen danach, die ich auf der langen Reise von San Francisco nach New York verbringen werde.
Die Zeit hier ist so schnell vergangen und irgendwie kommt es mir so vor, als wäre sie im März stehen geblieben. Doch nach dem verregneten Mai ist jetzt tatsächlich wieder Sommer (wie schon im März und April an manchen Tagen) und so fühlt es sich doch fast so an, als hätte ich (zumindest den Jahreszeiten nach) ein Jahr hier verbracht.
Jetzt wo die Zeit rennt, mache ich nochmal alles, wozu ich bisher nicht gekommen bin. Erst aufs Washington Monument, der höchste Punkt in D.C., dann ins Capitol und heute in die Library of Congress, die weltgrößte Bücherei!
Die elf Tage, in denen Hannah hier war, gab es natürlich volles Programm. Nach dem New York Trip waren wir Sonntags in D.C., wo eine Riesen Motorrad-Parade stattgefunden hat. Anlässlich des Memorial Days (der erst am Montag war) kamen Biker aus ganz Amerika nach D.C. und trafen sich an den verschiedenen Kriegsdenkmälern.
Hannah und ich haben uns ein bisschen durch die Massen gequetscht und sind schließlich noch auf den Turm des alten Postgebäudes gegangen, von wo aus man einen super Blick auf D.C. hatte. Ein schöner erster Eindruck...
Sonntag Abend ging es noch nach Virginia zu einem Konzert mit anschließendem Feuerwerk. Anja, ein anderes Au pair, war auch dabei und da wir schon so einige Erfahrungen mit amerikanischen Veranstaltungen gemacht haben, waren unsere Erwartungen nicht groß. Das Feuerwerk war dann aber total schön, nicht zu kurz und sogar zu Musik synchronisiert. Man wird doch immer wieder gerne überrascht!
Montag war zum Glück Feiertag und ich hatte frei. Das lange Wochenende war schon fast wie ein Kurzurlaub (wenn man das New York- und D.C.-Programm "Urlaub" nennen kann). Hannah und ich waren nochmal in D.C. und haben zum Glück noch Karten für das Capitol bekommen. So haben wir wenigstens ein wichtiges Regierungsgebäude von innen gesehen und es hat sich bestimmt mehr gelohnt als das Weiße Haus, in das man als Privatperson (nach dem 11. September) fast gar nicht mehr rein kommt und wenn Leute drinnen waren, waren sie von der Führung immer enttäuscht. Im Capitol standen wir auf dem Stern, der den Mittelpunkt von Washington D.C. darstellt. Von dort gehen alle Straßen (-namen) und Hausnummern in die verschiedenen Himmelsrichtungen aus! Außerdem gibt es dort so viele Kunstwerke, dass man sich fast vorkam wie im Museum. Manche Räume waren allerdings geschlossen, weil Feiertag war, und keiner (außer den Tourguides) gearbeitet hat.
Von Dienstag bis Freitag musste ich hauptsächlich auf Teagan aufpassen, aber Hannah kannte sich nach 2 Tagen schon super mit dem Metrosystem aus (ist zum Glück auch besser organisiert als in New York!) und konnte so tagsüber alleine nach D.C. und die kostenlosen Museen erkunden! Teagan und ich haben ein paar neue Spielplätze erkundet und bei dem tollen Wetter verging die Zeit ganz schnell.
Freitag sind wir zusammen mit Teagan nach D,C. gefahren und haben typische Touristenattraktionen in der National Mall abgeklappert. Verschiedene Denkmäler für Präsidenten, die Marmorwand des Vietnam-Memorials, World War II Memorial etc. Zum Schluss gabs noch eine Kleinigkeit zu Essen und Teagan durfte sich ein bisschen bei den Springbrunnen am Navy Memorial und im Smithsonian Schlossgarten austoben :-) Danach war sie so fertig, dass sie auf dem Heimweg in der Metro eingeschlafen ist! (Hannah und ich hätten auch nix gegen ein Nickerchen gehabt)....
Samstag waren wir zusammen in D.C. und durch Zufall wollte Hannah noch genau ein Museum sehen, in dem ich auch noch nicht war. Also waren wir beide dort, später noch bei Starbucks und zu guter Letzt zum zweiten Mal in der großen Tysons Einkaufsmall, die leider schon um halb 10 zugemacht hat. Ich hätte mich da bestimmt noch zwei weitere Stunden aufhalten können!
Als wir um kurz nach 10 nach Hause kamen ging es ans Kofferpacken. Der Plan: Da man auf den Flügen Europa - USA zwei Koffer pro Person mitnehmen darf, sollte Hannah schon mal einen Koffer mit meinen Sachen mit nach Deutschland nehmen. Also kamen Skijacke, -hose, alle anderen Wintersachen, lange Hosen und Fotoalben in den Koffer. Nach ein bisschen rumpacken haben wir es bis Mitternacht hinbekommen, dass die beiden Koffer jeweils nicht mehr als 50 Pfund wogen. Puh! Ich hoffe, dass der Rest meiner Sachen in meine zwei Koffer passen wird.
Sonntag hatten wir also gar keinen Packstress mehr und konnten noch in Ruhe restliche Souvenirs kaufen, in die kleine Mall bei uns gehen und den Vormittag genießen.
Um 15 Uhr habe ich Hannah zum Flughafen gebracht und Montag ist sie dann ohne Probleme (nur ein bisschen müde??? :-)) nach Deutschland zurück gekommen!
Gerade durch den Besuch sind die letzten zwei Wochen wie im Flug vergangen und ich bin gespannt, wie die nächsten (und letzten) drei Wochen werden.. Jan ist bis heute Abend (Dienstag) in New Orleans und Ruairis Schule hat ab nächster Woche schon Sommerferien. Zum Glück haben die beiden großen Jungs noch fast bis zu meinem Urlaub Schule...
Der Pool hat auch seit Memorial Day wieder auf und ich war am Wochenende das erste Mal da. Eigentlich habe ich gedacht, dass das Wasser noch zu kalt sei, aber dadurch dass es doch recht warm draußen ist, war es im Pool richtig angenehm. Da fühlt man sich immer für ein paar Stunden wie im Urlaub!
Gleich kommt Finian aus der Schule und mal sehen, wie seine Umfrage gelaufen ist. Heute morgen hat er eine Tabelle gemacht und wollte seine Klasse über die Präsidentschafts-Kandidaten abstimmen lassen. Am gespanntesten war er auf die Antwort seiner Lehrerin, aber ob die ihm ihre Meinung sagen wird? Finian for Obama...
Liebe Grüße aus Arlington, Carmen




