
Canberra, die Hauptstadt Australiens ist zu einer zweiten Heimat für mich geworden. Ich bin Nadine, 20 Jahre alt und wollte nach dem Abitur ins Ausland. Als ich auf AIFS AuPair in Australia aufmerksam wurde, war klar, genau das möchte ich erleben. Es ist eine einmalige Chance ein neues Land, eine neue Kultur und viele neue Leute kennen zu lernen.
Schon in den ersten paar Tagen in Sydney gab es so viel zu sehen und zu erleben und meine Vorfreude auf die Gastfamilie stieg mit jeder Minute. Dann kam der Moment und ich wurde sehr herzlich am Flughafen in Canberra in Empfang genommen.
Meine Gastfamilie hat zwei sehr lebhafte, aber auch total liebe Jungs im Alter von 4 und 7 Jahren. Sie leben in einem großen Haus etwa 25 km vom Zentrum in Canberra entfernt auf einer kleinen Anhöhe mitten im australischen Busch. Ich wurde von der ganzen Familie sehr nett aufgenommen, habe mein eigenes Zimmer mit Badezimmer und bekomme eines der drei Autos zur Verfügung.
Beide Eltern arbeiten jeden Werktag und sind von 8 Uhr morgens bis 18 Uhr abends aus dem Haus. Der ältere Sohn wird jeden Tag von einem der beiden in die Schule gebracht und Montag bis Mittwoch passe ich auf den Kleinen auf. Um die Mittagszeit bereite ich eine Kleinigkeit zum Essen vor und wenn wir seinen Bruder von der Schule abholen, bekommen sie noch einen Snack. Donnerstags und Freitags geht der Kleine zur Vorschule und ich habe in der Zeit frei. Meine Hauptaufgabe besteht darin, die Kinder von der Schule abzuholen und auf sie aufzupassen, bis die Eltern wieder von der Arbeit kommen.
Wenn wir zu Hause sind, spielen wir oft Memory, Lego oder Geisterjagd. Ab und zu machen wir einen Ausflug in den Zoo, die Botanischen Gärten oder zu einem Spielplatz . Während der Ferien und wenn es draußen schön ist, sind wir oft im Pool oder im Garten auf dem Trampolin. Oft spielen die beiden aber auch zusammen oder beschäftigen sich selbst. In der Zeit räume ich die Küche und den Ess-/Wohnbereich auf. Am Wochenende habe ich immer frei und kann meine Zeit selbst gestalten oder etwas mit der Familie unternehmen. Sie sind oft bei Freunden oder Arbeitskollegen zum Barbecue eingeladen und ich war schon einige male mit dabei und konnte so nicht nur meine Familie sondern auch deren Bekannte besser kennen lernen. Jeden Mittwoch treffe ich mich mit einem anderen AuPair aus Canberra mit ihrem zweijährigen Jungen. Er und mein Kleiner sind schon gute Freunde geworden und spielen sehr schön zusammen.
Am Anfang war es mit den Jungs nicht ganz so leicht, da sie ihre Grenzen ausgetestet haben und öfter mal nicht auf mich hören wollten. Aber meine Gasteltern haben zu mir gehalten und mir geholfen und mittlerweile klappt es mit den beiden wunderbar. Ich hab sie sehr ins Herz geschlossen und sie sind wie kleine Brüder für mich. Mit meinen Gasteltern kann ich über alles reden und sie geben mir viele Freiheiten. Ich durfte schon öfter Freundinnen mit nach Hause bringen, die auch über Nacht bleiben durften.
Ich habe mich sehr schnell eingelebt und wohl gefühlt, denn meine Gastfamilie ähnelt meiner richtigen Familie in Deutschland. Aber sie haben sich auch sehr bemüht und immer gefragt, ob es mir gut geht. Nach etwa zwei Monaten hatten sich beide Jungs vollkommen an mich gewöhnt und ich fühlte mich als Familienmitglied vollständig integriert.
Gleich zu Beginn habe ich zwei andere AuPairs aus Canberra kennen gelernt und mittlerweile kenne ich sieben weitere, mit denen ich auch oft etwas unternehme. Wir gehen ins Kino, shoppen, einen Milchshake trinken oder besuchen uns gegenseitig in den Gastfamilien.
Ich bin auch ab und zu beim Volleyball Training und werde häufig von den Spielerinnen zu einem Barbecue oder einem Geburtstag eingeladen. Mit der Zeit lernt man immer mehr Leute kennen, weil man von den neu gewonnenen Freunden immer wieder neue Bekannte vorgestellt bekommt. Ich habe hier viele neue Freunde gewonnen mit denen ich schon Ausflüge nach Sydney, Wollongong und ans Meer gemacht habe. Außerdem wollen wir noch zusammen nach Adelaide und Melbourne. Obwohl man an einem Ort wohnt, hat man die Chance sich viel von Australien anzuschauen. Ich bespreche solche Ausflüge immer vorher mit meinen Gasteltern und kläre ab, wie es für sie in Ordnung ist. Bis jetzt konnten wir uns immer sehr gut einigen.
Der größte Unterschied zu Deutschland war auf jeden Fall die Weihnachtszeit und die Feiertage. Nicht nur weil es hier viel wärmer war, sondern auch weil es anders gefeiert wird. Es ist teilweise schon verwirrend, dass zu Hause alle in Wintermänteln herumlaufen und ich hier im Bikini in der Sonne liege.
Meine Gastfamilie ist schon viel gereist und hat schon in Kanada und Singapur gelebt und sie sind deshalb sehr weltoffen. Wir essen jeden Abend gemeinsam die unterschiedlichsten Dinge aus aller Welt. In Australien ist die Kindererziehung eher locker und die Kinder manchmal ziemlich frech, aber die Grundwerte stimmen dennoch und die Jungs wissen sich auch zu benehmen. Australier sind sehr freundliche und offene Menschen, jederzeit hilfsbereit und immer für ein Gespräch zu haben. Man fühlt sich überall sofort willkommen.
Natürlich gibt es auch Momente, in denen man nicht weiter weiß, gerne zu Hause bei der Familie wäre und traurig ist. Aber bei mir waren diese Momente sehr selten und nur von kurzer Dauer, denn ich fühle mich einfach sehr wohl in meiner Gastfamilie.
Die Zeit als AuPair ist etwas ganz besonderes. Sie macht sehr viel Spaß, mit den Kindern, den Gasteltern oder den neu gewonnenen Freunden. Man macht ganz besondere Erfahrungen, die dich nicht nur auf das Leben vorbereiten, sondern dir auch zeigen, wie wundervoll das Leben sein kann. All die fremden und neuen Eindrücke, die man sammelt, von der Gastfamilie und natürlich von dem tollen und sehr großen Land. In Australien gibt es so viele Dinge, die es sich lohnt anzuschauen. Großstädte, Kleinstädte, Dörfer, Farmen, natürlich das Meer, den berühmten australischen Busch, Regenwald, Wüste und noch vieles mehr. Vor allem aber kann man stolz darauf sein, was man erlebt hat. Weit weg von der Familie, den Gewohnheiten, der eigenen Sprache und seinem Alltag.
AuPair zu sein ist wunderbar und ich bin sehr froh, dass ich mich dafür entschieden habe. Ich kann dir nur empfehlen für eine Zeit lang in einer australischen Familie zu leben, sie kennen und lieben zu lernen, ihren Alltag und ihre Kultur kennen zu lernen und ein Teil der Familie zu werden, die am anderen Ende der Welt ihr Zuhause gefunden hat und das für kurze Zeit auch dein Zuhause sein kann.
Abschließend möchte ich mich bei allen Menschen bedanken, die dieses Abenteuer möglich gemacht haben. AIFS hat tolle Arbeit geleistet und ich bin sehr glücklich, dass ich mich für dieses Programm entschieden habe.




