Meine Name ist Verena und ich bin gerade am Ende meiner 6-monatigen Zeit als Aupair in Melbourne (Australien) angelangt. Das Verhältnis zu meiner Gastfamilie ist gut und ich habe mich echt integriert gefühlt. Die Kinder haben mich mit offenen Armen empfangen, und auch wenn es gelegentliche Meinungsverschiedenheiten gab, haben wir uns gut verstanden.Als Aupair muss ich morgens die Kinder wecken, der jüngsten Frühstück zubereiten, dann alle zur Schule fahren und nachmittags wieder abholen. In der Zwischenzeit habe ich frei, bin aber für meine eigene Wäsche und die der Kinder verantwortlich. Nach der Schule bereite ich einen Snack zu, packe die Lunchboxen für den nächsten Tag und dann haben wir Freizeit, in der wir oft Muffins oder Cookies backen, schwimmen fahren, basteln oder einfach mit den Hunden in den angrenzenden Park spazieren gehen. An zwei Nachmittagen die Woche ist noch Basketballtraining, wo ich die Mädels hinfahre, dann dort zugucke und anschließend wieder nach Hause fahre. Abends helfe ich dann beim Duschen oder Baden und koche das Abendessen.
So läuft es ungefähr jeden Tag ab, was manchmal lustig und spannend ist, aber auch schon mal zur etwas langweiligen Routine werden kann.
In meiner Freizeit unter der Woche morgens gehe ich oft ins Fitnessstudio oder in die Shopping Mall, mit anderen Aupairs zu treffen ist eher schwierig, da niemand direkt in der Nähe wohnt und es sich nicht wirklich lohnt, sich in der City zu treffen. Am Wochenende treffe ich mich dann aber oft mit anderen Aupairs, die man sehr schnell über Studivz, Aifs, Facebook oder die Gastfamilie kennen lernt. Wir haben einige Tagestouren und Sightseeing in und um Melbourne gemacht, waren abends feiern oder haben uns einfach auf einen Kaffee getroffen und gegenseitig die Erfahrungen ausgetauscht.
In der ersten Woche nach meiner Ankunft war ich erst mal überwältigt, der Jetlag hat dafür gesorgt, dass ich nachts nicht schlafen konnte aber tagsüber müde war und es war ungewohnt, in einem fremden Haus mit fremden Menschen plötzlich so nahe zusammen zu leben. Da ich aber direkt ab der zweiten Woche mit den Kindern allein war, habe ich mich schnell zurechtgefunden und mich an das Leben in einem neuen Haushalt gewöhnt. Anfangs war ich eher distanziert und wusste meine neue Familie nicht richtig einzuschätzen, aber die Kinder sind einfach offen auf mich zugegangen und haben mir den Einstieg enorm erleichtert.

Es ist ungewohnt, plötzlich nur noch Menschen um sich zu haben, die man noch nicht lange kennt und zu denen man erst einmal Vertrauen aufbauen muss. Umgekehrt muss natürlich die Gastfamilie lernen, dem Aupair die Kinder anzuvertrauen und feststellen, dass man verlässlich ist. Da meine Gastfamilie aber sehr offen, hilfsbereit und geduldig mit mir war, konnte ich mit allen Fragen zu ihnen kommen und sie haben dafür gesorgt, dass ich mich wohlfühle und wir ein gutes Verhältnis aufbauen. Es gibt einige Unterschiede zwischen der deutschen und australischen Kultur.
Am auffälligsten ist wahrscheinlich zunächst, dass die Jahreszeiten und die Fahrtrichtung „verkehrt herum“ sind. Daran habe ich mich zwar schnell gewöhnt, aber trotzdem war die Erfahrung Weihnachten im Hochsommer sehr komisch, da es sich zu keiner Zeit für mich wirklich wie Weihnachten angefühlt hat, sondern eher wie eine große Sommerparty.
Auch sind die australischen Menschen wesentlich offener gegenüber Fremden, das „Sie“ wird kaum benutzt und mir sind fast nur aufgeschlossene und hilfsbereite Menschen begegnet. Distanzen werden hier ganz anders eingeschätzt, so ist eine dreistündige Autofahrt für einen Tagesausflug nichts besonderes und viele Familien besitzen mindestens ein Auto mit Allradantrieb und einen Wohnwagen. Ich hatte das Glück, in einer Outdoor-begeisterten Familie zu leben, die mir viele wunderschöne Teile von Victoria gezeigt und mich mit in ihren Sommerurlaub am Strand genommen hat.
Australien ist ein wunderschöner, vielfältiger Kontinent, ich bin froh, als Aupair hierhin gekommen zu sein und kann jedem nur empfehlen, im Anschluss an die Aupairzeit noch Zeit zum Reisen einzuplanen.




