Liebes Aifs-Team,
nun komme ich auch endlich dazu meine Geschichte mit Euch und allen, vielleicht baldigen Austauschschülern, zu teilen. Zu allererst möchte ich mich jedoch ganz herzlich bei Euch bedanken, denn ich genieße jede Minute hier und erlebe ein unvergessliches Austauschjahr=)
Als ich vor gut 6 Monaten ins Flugzeug stieg und das schöne Deutschland verließ begann für mich "mein Abenteuer". Mit gemischten Gefühlen der A
ufregung, Angst, Nervosität und Freude verließ ich meine Familie und Freunde um 10 unvergessliche Monate zu erleben. Bevor es jedoch nach North Carolina, meinem neuen „Heimatstaat“ gehen würde, verbrachten wir mit Austauschschülern der ganzen Welt 2 Tage in New York. Es war sehr eindrucksvoll, wenn auch zu kurz, um eine Metropole wie New York zu besichtigen.
Nach 2 Tagen mit fast keinem Schlaf kam ich dann am 14. August des vergangenen Jahres 2008 in Raleigh, der Hauptstadt North Carolinas, an. Nervosität und Adrenalin durchströmten meinen Körper, als ich meine Gasteltern, die Menschen, bei denen ich die nächsten 10 Monate verbringen würde, das erste mal sah. Mit Blumen und Willkommensschild wurde ich sofort herzlich empfangen und es zeigte sich gleich, dass ich mit Cindy und Dwight eine tolle Zeit verbringen würde. Die ersten Wochen in denen ich noch keine Schule hatte vergingen schnell. Ich traf den Rest der Familie, wurde bei Freunden und Arbeitskollegen vorgestellt, erkundete Wilson, die Stadt in der ich lebe, und hatte zu guter Letzt noch ein wenig Zeit um den herrlichen Sonnenschein North Carolinas zu genießen.
Nach den ersten Wochen, die noch wie Urlaub waren hieß es dann: Ab in die Schule. An meiner Schule mit gut 1200 Schülern bin ich die einzige Austauschschülerin dieses Jahr, was mir den Einstieg ins Schulleben recht einfach machte, da alle Schüler offen und freundlich waren. Natürlich ist „High School“ einen ganz teil anders als die Schulen, die ich aus Deutschland kenne. Von „Dresscode“ über Stundenpläne, Schulsportarten und „Lunch“ gab es viele neue Erfahrungen die ic
h sammelte und Dinge an die ich mich erst einmal gewöhnen musste. Da ich es mag, Sport zu treiben spielte ich im Herbst Tennis, wodurch ich gleich einige meiner guten Freunde kennenlernte. Halloween, Homecoming und im November dann mein erstes Thanks Giving . Eine Menge stand an und ich bekam erneut einen tollen Einblick in die amerikanische Kultur. Von Kostümwahl, Seniorday beim Tennis, Nominierung zur Homecomingqueen ,eine verrückte Homecomingwoche über den Start der Schwimmsaisonà die Zeit flog dahin und schon bald stand mein erstes Weihnachten, weit, weit entfernt von allen Freunden und der Familie ,in einem neuen Kulturkreis ,bevor. Mit gemischten Gefühlen sah ich diesem Ereignis entgegen. Sonntags vor Heiligabend gingen wir in die Kirche, in der es mir bei „Stille Nacht“ doch ein wenig schwer fiel. Danach jedoch fiel es mir gar nicht mehr schwer. Heiligabend kam mein Gastbruder Heim und am 25. Dezember hatten wir dann unsere Bescherung und ein weiteres „viel zu gutes „ Essen. Ich genoss die weihnachtliche Atmosphäre und erlebte ein wunderschönes Weihnachtsfest. Dank meiner Webcam musste ich auch nicht ganz
auf meine Familie verzichten, denn ich bekam sie alle vor der Kamera zu sehen, so wie es ihnen möglich war, mich und meine Gastfamilie zu sehen. Gleich nach den Weihnachtstagen stand mein erster Ball an. In High-heels, schickem Kleid und mit Date hieß es dann am 30 Dezember „auf zum Christmasdance“. Nach tausenden von Fotos die alle Eltern schossen gingen wir essen und anschließend zum „dance“. Es war ein toller Abend und die perfekte Einstimmung für den „Prom“, der nun auch nur noch 5 Wochen entfernt ist. Die Zeit fliegt dahin. Im Januar feierte ich meinen 17. Geburtstag und vor 2 Wochen begann ich beim Mädchenfußballteam mit zu trainieren.
Am 17. Juni werde ich ins Flugzeug steigen und mein Leben in North Carolina vorerst wieder verlassen. Bis dahin steht jedoch noch eine Menge an. In 3 Wochen werde ich für eine Woche mit allen Austauschschülern nach Washington DC reisen, am 3. April werde ich zum „ Prom „ gehen, während der Frühlingsferien geht es mit meiner Gastfamilie nach New York und am 13. Juni schließlich werde ich meinen High-Schoolabschluss erhalten. Ich freue mich riesig auf all die tollen Ereignisse, die noch bevorstehen. Ich bin mir sicher, dass sie genauso toll und unvergesslich werden, wie alles, was ich hier bisher erlebte. Auch wenn ich mich schon riesig freue, meine Familie und Freunde wiederzusehen, weiß ich auch, dass mir mein Abschied schwer fallen wird, denn ich habe mein zweites zu Hause gefunden.
Das war es von mir soweit. Noch einmal ein herzliches Dankeschön, an alle, die sich bemüht haben mir meinen Abschied „schwer“ zu machen.
Ganz, ganz liebe Grüß e aus dem wunderschönen North Carolina
Corinna Erken




