… an alle Daheimgebliebenen! Endlich komme ich wieder dazu, mich bei euch zu melden und euch auf den neuesten Stand meines Thailand-Abenteuers zu bringen. Ich arbeite derzeit im Waisenhaus und es macht unglaublich viel Spaß! Ich bin einen Teil des Tages meist damit beschaeftigt, fertiges Zement zu mixen. Wir mixen den Zement, um eine große, momentan ungenutzte Fläche zu zementieren, die dann später mit Tischen und Stühlen bestückt und überdacht werden soll, sodass die Kinder dann gemeinsam essen können. Denn zurzeit haben die Kleinen keine richtige Möglichkeit, zusammen zu essen, sondern müssen sich auf den Boden setzten.
Das Zementmischen geschieht in Deutschland ja normalerweise mit einer Maschine. Hier müssen wir per Hand (bzw. mit der Schaufel) Zementpulver, Sand, Steine und Wasser miteinander vermischen, so dass eine zähflüssige Masse entsteht.
Die Arbeit ist echt ganz schoen anstrengend und wir schwitzen immer alle wie die Schweine und sind von oben bis unten voll mit Zement - ich habe echt Respekt vor Menschen, die ihr Leben lang jeden Tag solche koerperliche Arbeit leisten! Da wir aber eine supernette Truppe sind und uns mit Scherzchen und Singen die Zeit vertreiben, macht das Ganze echt Spass! Oftmals kommen auch einige der Kinder vorbei, um uns beim Mixen zu helfen oder sie helfen, Eimer mit Steinen und Sand zu tragen etc. Vormittags haben die Kinder allerdings meist Unterricht, denn das Waisenhaus hat eine eigene Schule.
Wir haben mittags immer eine Mittagspause, in der wir in einem supertollen kleinen Restaurant essen. Morgens beim Fruehstueck geht eine lunch list rum, in der wir einfach frei eintragen koennen, was wir mittags gerne essen wuerden. Das wird dann für uns gekocht und wenn wir mittags ankommen, steht das Essen schon bereit – mit kleinen Namenszetteln, so dass jeder dann auch tatsaechlich das bekommt, was er sich gewuenscht hat. Und es ist unglaublich lecker!!! Freuen uns schon immer alle auf das Mittagessen im Orphanage.
Die Zeit nach dem Mittagessen nutze ich dann meistens dazu, mich mit den Kindern zu beschaeftigten. Insgesamt leben im Waisenhaus 180 Kinder zwischen 5 und 16, von denen die meisten aber noch zumindest ein Elternteil haben, diese sind nur finanziell nicht in der Lage, ihre Kinder zu ernaehren und zu versorgen. Was wir mit den Kindern machen, ist uns komplett selber ueberlassen, manchmal bringen wir Malbuecher und Stifte mit oder irgendwelche Bastelmaterialien, gerade die Jungs spielen oefter Fussball oder Baskettball mit den Kindern, aber auch Karten spielen oder irgendwelche Klatschspielchen oder kleine englische Konversationen sind sehr beliebt. Die Kids sind alle unglaublich suess und lovely, freuen sich ueber jede Aufmerksamkeit und einige habe ich schon so sehr ins Herz geschlossen, dass ich beim Abschied sicherlich sehr sehr traurig sein werde… besonders der kleine Wichai (keine Ahnung, ob man den so schreibt) hat’s mir angetan, am liebsten wuerde ich ihn in meinem Rucksack verstecken und mit nach Hause nehmen! Aber ich glaube, das wuerde weder ihn noch mich langfristig gluecklich machen.
Fuer morgen planen wir eine Wasserballonschlacht mit den Kindern! Wir fahren ohnehin jeden Tag nach der Arbeit im Waisenhaus in irgendwelchen Einkaufszentren (wo wir dann immer als eine Horde verschwitzter und dreckiger Europaeer einfallen) und da haben wir heute jede Menge kleiner Luftballons besorgt. Ueberhaupt kaufen die Volunteers recht haeufig irgendwas für die Kinder dort ein, z.B. Schuhe, Kleidung usw. Ich habe mit einigen anderen Unmengen von Shampoo, Seife, Zahnbuersten und Zahnpasta gekauft, die wir den Lehrern im orphanage gegeben haben, damit sie die Sachen bei Bedarf an die Kinder verteilen koennen. Wir haben halt leider keinen Ueberblick darueber, welche Kinder was brauchen und ueberhaupt ist es einfach unmoeglich, 180 Kinder gleich zu behandeln und allen etwas zu kaufen. Natuerlich gibt es auch Volunteers, die ihre Lieblingskinder jeden Tag beschenken, aber ich halte es für besser, die Sachen den Lehrern abzugeben, die diese sinnvoller austeilen koennen.
So, ich koennte noch ewig weiter schreiben, aber ich werde mich jetzt mal verabschieden! In dem Sinne chok di (zu Deutsch: alles Gute),
Rebecca




