Mein Abenteuer in Thailand startete Anfang März 2009. Dass ich als Ziel Thailand wählte, war eher Zufall, doch es stellte sich als gute Wahl heraus.
Thailand sagt man nach, das Land des Lächelns zu sein – und dies kann ich voll und ganz bestätigen.
Ich habe die Thailänder als sehr aufgeschlossene, freundliche, hilfsbereite Menschen kennen gelernt. Hat man einmal ein Problem oder geschieht einem ein Missgeschick, so hört man nur „mai pen rai“ (Das macht nichts, kein Problem). Schnell wird dann von allen Seiten Hilfe angeboten.
Das besondere an einem Volunteer Aufenthalt im Ausland ist, dass man nicht als Tourist in ein fremdes Land reist, sondern mit Einheimischen zusammenlebt. Dies hat mir besonders gut gefallen, denn so lernte ich den thailändischen Lebensstil schnell kennen.
Die Unterkunft und der Ablauf meines Thailandaufenthaltes sahen folgendermaßen aus: Die thailändische Partnerorganisation von AIFS bietet drei Häuser mit je ca. 20 Zimmern (pro Zimmer vier bis sechs Betten) zur Unterkunft an: Lemon-House, Brown-House und Twin-House.
Alle Häuser liegen an einem Fluss mitten im „Dschungel“, umgeben von Palmen, exotischen Tieren und Pflanzen, sowie einheimischen Nachbarn. Die Häuser sind alle einige Kilometer von einander entfernt.
Die Ortschaft gehört zu der kleinen Stadt Singburi, die ca. 130 km nördlich von Bangkok liegt. Den Stadtkern von Singburi erreicht man von den Unterkünften in 20 Minuten mit dem Bus. In der Stadt gibt es Internetcafés, Banken, Supermärkte, Geschäfte, ein Schwimmbad u.s.w.
Meine ersten beiden Wochen verbrachte ich mit 18 anderen jungen Menschen (15 Engländer, 1 Französin, 1 Holländerin und noch eine weitere Deutsche). Die Gruppe bestand aus 3 männlichen und 16 weiblichen Teilnehmern.
Die erste Woche nennt sich „Introduction Week“. In dieser Zeit hatte ich Thai-Koch- und Thai-Sprachkurs, ich lernte Schmuck selbst herzustellen, wir machten Ausflüge u.a. nach Ayutthaya (ehemalige Hauptstadt Thailands), Lopburi, Elephant-village, einheimische Schule.
In der zweiten Woche haben wir viel über die thailändische Kultur gelernt, vor allem über den Buddhismus. Wir hatten Mönche zu uns eingeladen, die uns Frage und Antwort standen und uns so über den Buddhismus aufklärten. Hierdurch konnte ich die Thailänder besser verstehen und ihr Verhalten besser einordnen und nachvollziehen.
Zudem verbrachten wir eine Nacht in einem Kloster und lebten dort zwei Tage mit Mönchen zusammen. Es wurden uns verschiedene Meditationsstile beigebracht, sodass wir gemeinsam mit den Mönchen meditieren konnten, was mir sehr gut gefallen hat.
Da ich für mein Thailand Programm die Option „Trekking“ gewählt hatte, zog ich mit einem Teil meiner Gruppe in der dritten Woche nach Suphanburi (im Westen von Zentralthailand). Hier kam eine Woche Wandern, Klettern und Camping im Regenwald auf uns zu. Nachdem wir unsere Zelte im Nationalpark aufgebaut hatten, wanderten wir durch den Dschungel, wo es einige exotische Bäume (mit Lianen, an denen wir auch umher schwingen durften) und Tiere zu sehen gab. Zudem konnten wir in einem Wasserfall schwimmen und uns dort von unserer langen Wanderung erfrischen. Im Camp selbst wird auch mit dem Wasser des Wasserfalls „geduscht“, wobei die Dusche aus einem Wassertank besteht, aus dem man mit einem Eimer Wasser schöpft und diesen über sich gießt. Elektrizität gibt es auch nicht, also ein Leben unter einfachsten Bedingungen.
Des Weitern machten wir eine kleine Expedition durch düstere, dunkle Höhlen und stiegen auf einen 2300 m hohen Berg, von dessen höchstem Punkt die Aussicht unglaublich schön war. Leider hatten wir auch mit zwei tropischen Stürmen zu kämpfen, was natürlich weniger schön war, aber letztendlich immerhin eine Erfahrung, die mich das Abenteuer „Trekking“ nicht so schnell vergessen lassen wird. Die Landschaft nach dem Sturm hatte mit dem aufziehenden Nebel etwas zauberhaft Idyllisches.
Mein größtes und schönstes Erlebnis war definitiv die Freiwilligenarbeit.
Diese fand in den letzten Wochen meines Aufenthaltes statt.
Ich konnte in verschiedene Projekte hineinschnuppern (Kinderheim, Kindergarten, Unterrichten, Community Project) und mich dann entscheiden, was mir am meisten gefallen hat. Ich entschied mich für das Community Project. In diesem Projekt geht es darum, finanziell sehr schlecht gestellten thailändischen Familien (meist allein erziehende Mütter mit kleinen Kindern) dabei zu helfen, ihre Häuser neu zu errichten, da diese eine sehr schlechte Wohnsituation darstellen. Insbesondere für Kinder stellen die meisten Häuser armer Familien eine Gefahr dar, weil Dächer lose sind, oder Mauern einzustürzen drohen.
Während meiner Arbeit habe ich einige Wände errichtet, zementiert und angestrichen. Es war mein erstes Mal, dass ich mit Zement und anderen Baustoffen gearbeitet habe, aber dennoch war es eine sehr schöne Erfahrung. Außerdem habe ich geholfen, ein Dach abzudecken und ein neues auf das Haus zu decken. Die Familie kann kein Englisch und trotzdem hat man ihnen angemerkt, wie dankbar sie waren. Mit Gestik und Mimik konnten wir uns verständigen und miteinander arbeiten.
Die Freiwilligenarbeit war definitiv mein schönstes Erlebnis und dabei wurde mir nicht nur die thailändische Kultur noch näher gebracht, sondern ich habe auch viel für mich gelernt. Es ist unglaublich schön zu sehen, dass diese Familie mit so wenigen Dingen und keinen Luxusartikeln so glücklich ist.
Während meines Thailandaufenthaltes habe ich außerdem das Neujahr (momentan befindet sich Thailand im Jahr 2552!) miterlebt. Dieses ist in Thailand am 13.04. Vom 13.04. bis zum 15.04. wird ausgiebig „Songkran“ gefeiert. Das Neujahrsfest wird auch als Wasserfestival bezeichnet, denn drei Tage lang fährt man durch die Ortschaften, bewaffnet mit Wasserpistolen und Wassereimern, die man dann auf andere Leute auf der Straße kippt. Am Straßenrand stehen Familien, ebenfalls gut ausgerüstet, meist sogar mit Wasserschläuchen. Diese halten sie dann in die offenen Busse und machen alle Leute nass. In diesen drei Tagen war ich komplett durchnässt. Es macht so viel Spaß, auch wenn man sich erst einmal an die ganze Situation gewöhnen muss. Dazu kommt, dass die Thailänder allen anderen Menschen eine beige Paste ins Gesicht schmieren, was Glück bringen soll.
Außerdem war ich auch noch an einem thailändischen Strand (Ko Samet). Auch dies war ein tolles Erlebnis, jedoch war es mir fast unangenehm, Tourist zu sein, da ich vorher mit Einheimischen zusammen gelebt habe, die kaum Geld haben.
Alles in allem waren meine Erlebnisse einzigartig schön und ich kann nur jedem empfehlen, eine solche Erfahrung selbst zu machen. Momentan kann ich nur von Thailand, dem Land des Lächelns, reden, und das nur im positiven Sinne. Doch sicherlich war dies nicht mein letzter Auslandsaufenthalt. Denn eines weckt solch ein Abenteuer mit Sicherheit: die Reiselust.
In diesem Sinne: Sawat di kah
Danica




