Die ersten Tage in Sydney waren schön, anstrengend und bei mir noch mit viel Heimweh verbunden, aber ich und zwei andere Au Pairs, haben uns sehr gut ergänzt und konnten den Jetlag und das Heimweh durch Ablenkung und Erfahrungsaustausche gut ertragen. Samstags ging es dann zu meiner Gastfamilie, dass war wieder so ein Moment wo die Aufregung kaum schlimmer sein konnte.
Ich wurde aber einfach super liebevoll am Flughafen empfangen und hatte dann erstmal Zeit mich mal richtig aus zu schlafen, was ich auch bitter nötig hatte.
Die ersten Tage waren sehr ungewohnt, ich habe mich zwar auf Anhieb wohl gefühlt, da meine Familie sich so super um mich gekümmert hat, aber man hat doch noch oft an seine Familie und Freunde gedacht, weil man hier ja noch niemand hatte. Doch dank Studi VZ (Facebook, AIFS Homepage) lernt man schnell Leute kennen und habe auch hier in dem Vorort von Perth ein anders Au Pair kennen gelernt und somit ist das Heimweh und das an zu Hause denken auch schnell weg gegangen.
Die erste Woche war meine Gastmutter noch zu Hause (ich bin das erste Au Pair J) und hat mir alles erklärt und gezeigt, es war sehr hilfreich. Die zweite Woche war ich dann alleine mit den zwei Jungs (2,5 Jahre und 8 Monate), also teilweise. Mein Plan ändert sich öfters, da mein Gastvater ein Rugby Spieler ist und wenn er halt nicht zu Hause ist muss ich anders arbeiten, wie wenn er da ist. Meistens sieht meine Woche so aus: Montags habe ich beide Kids von 8 Uhr bis 18 Uhr, da meine Gastmutter arbeiten ist. Dienstags gehen beide Jungs in den Child Care. Sie werden morgens bevor die Mum zu arbeit geht hin gebracht und ich hole sie dann so gegen 15 Uhr ab und passe bis um 18 Uhr auf. Mittwoch und Donnerstag ist es immer sehr verschieden, es kommt immer drauf an was die Familie so geplant hat. Freitags habe ich immer nur den Kleineren und hole den großen wieder so gegen 15 Uhr im Child Care ab. Samstags und Sonntags muss ich auch manchmal arbeiten, aber wie bereits gesagt, es ist immer unterschiedlich, aber soweit es geht, versuchen sie mir Sonntag immer frei zu geben.
Kochen muss/darf ich meistens einmal die Woche und mittags bekommt der größere einen Snack und der Kleine kriegt noch die Flasche. Ich gehe bei schönem Wetter oft mit den Kindern auf den Spielplatz, in den Park oder in den Garten, zum schwimmen im Pool ist es leider schon zu kalt. Die zwei Kleinen können sich aber auch gut mal alleine beschäftigen, solange man im selben Raum ist. Drinnen malen wir oft, puzzeln oder spielen andere Spiele.
Das arbeiten mit Kindern ist was ganz anderes als ich zu Hause gemacht habe, aber es macht riesig Spaß aber manchmal ist es auch sehr anstrengend. Meine Kids sind ja noch recht jung aber haben sich sehr schnell an mich gewöhnt. Das Verhältnis zu den Gasteltern ist super, auch wenn mein Gastvater nur selten da ist, sie sind auch beide noch recht jung.
Wir haben schon Ausflüge ans Meer gemacht und sie haben mir Perth gezeigt oder sind Essen gegangen. Freunde habe ich auch schon viele kennen gelernt, da wir drei Wochen nach meiner Ankunft hier eine große Party hatten. Da mein Gastvater so oft weg ist, reisen wir viel, damit die Kinder ihn sehen können, somit komme ich viel rum und sehe alles Mögliche von Australien. Ich werde in der Zeit zwar auch arbeiten, bzw. nach den Kindern gucken aber sie geben mir auch Zeit die Städte zu erkunden, dass ich auch was davon habe. Im Haushalt muss ich nicht sehr viel helfen, aber das ist in jeder Gastfamilie anders, ich mache jedoch viel freiwillig, weil ich mich einfach so zu Hause fühle und dort ja auch helfen würde.
Der Größere versucht im Moment seine Grenzen austesten, aber die Eltern halten da zu mir und somit hat man Rückhalt und kann auch da drüber reden, wenn man sich unsicher ist, wie man handeln soll. Man merkt aber immer mehr, dass die Kinder einen auch lieb gewinnen, es ist immer schön wenn sie zu einen kommen und knuddeln wollen oder einen einfach anlachen.
Da mir meistens das Auto zur Verfügung steht, mache ich am Wochenende oft Ausflüge mit anderen Au Pairs an den Strand oder wir gucken uns andere Vororte von Perth an, die Busverbindung ist aber auch sehr gut, somit kann man abends auch gut weg gehen. In Perth und Umgebung ist sehr viel los, man lernt super schnell Leute kennen, da hier viele Au Pairs leben und die Australier total offene Menschen sind. Unter der Woche gehen wir oft was trinken, ins Kino oder treffen uns auch bei jemand zu Hause. Meine Gasteltern sind da sehr locker und meine Freunde sind hier herzlich willkommen.
Die Unterschiede zu Deutschland sind auf jeden Fall das Auto fahren, wobei ich mich sehr schnell dran gewöhnt habe, man darf einfach nicht so nachdenken, wenn ich das machte wurde ich am Anfang immer unsicher. Dann natürlich noch die Jahreszeiten, hier ist jetzt Juni und Winter, kann man sich irgendwie gar nicht vorstellen, besonders da es gar nicht richtig kalt ist. Das Essen ist eigentlich ziemlich ähnlich, nur Quark für meinen Kuchen konnte ich nirgends auftreiben, gibt es wohl hier nicht. Ich würde behaupten die Leute sind hier einfach die Freundlichsten auf der Welt, das ist sehr angenehm.
Später im Jahr
Mittlerweile ist eine Menge Zeit vergangen, ich habe super viele Leute kennen gelernt und auch schon ein paar richtig gute Freunde gefunden.
Ich bin so froh, dass ich mich entschlossen habe als Au Pair ins Ausland zu gehen, auch wenn ich mir am Anfang nicht ganz sicher war ob ich mit der Trennung von zu Hause so gut klar komme. Ich denke natürlich noch an zu Hause und vermisse es, aber hier ist jetzt auch mein zu Hause und ich habe echt schon angst, wenn es vorbei ist. Es wird ein harter Abschied für mich werden aber ich weiß, dass ich wieder nach Australien zurück komme, es ist einfach ein Traum.
Oktober 2009
Mittlerweile sind es nur noch drei Wochen und dann ist meine Au Pair Zeit schon rum, den Bericht hatte ich ziemlich am Anfang geschrieben, aber ich muss sagen, das Verhältnis zu
meiner Gastfamilie und den Kids ist noch sehr viel besser geworden und ich bin schon traurig, wenn ich mich in drei Wochen verabschieden muss.
Ich werde noch eine Woche mit dem neuen Au Pair zusammen bleiben, um ihr alles zu zeigen und hoffe ich kann ihr ein bisschen helfen sich ganz schnell einzuleben.
Ich werde diese Zeit hier niemals vergessen und würde es immer wieder machen, es war eine der besten Erfahrungen, die ich je gemacht habe.
Nathalie Fröhlich




