Weihnachten und zum erste mal nicht zu Hause für dieses wunderschöne Familienfest. Aber dafür in Amerika mit einer neuen Familie.
Ich habe mich sehr auf Weihnahchten gefreut. Einfach mal so richtig meine Gastfamilie genießen und beschenken und noch viel mehr wirklich dazu gehören, als ohnehin schon.
In der Schule war Weihnachsttimmung angesagt. Die Lehrer verteilten Candy Cance (rot-weiß-gestreifte Pfeffermintzstangen) und es gab Törtchen (cup cakes) und mein Mathelehrer hatte ein ganzes Frühstücksbüffet mit Bagels, Aufstrichen und Weihnachtsplätzchen im Klassenzimmer angerichtet. Von ernsthaftem Unterricht konnte niemand wirklich reden und ich zählte eigentlich nur noch die Minuten bis zur Weihnachstversammlung runter, um meinen Geschichtslehrer (er war vor seinem Lehrerdasein im Militär) in einem pinken Elfenkostüm und blonder Perrücke rumhüfpen zu sehen.
Außerdem hat die Schülerschaft gemeinsam in Unterstützung mit den Lehrern eine riesen Spendenaktion organisiert. Die Versammlung war echt super. Zu allererst wurden die Konserven eingefahren, die die ganze Woche zuvor in allen Klassen zusammengesammelt wurden. Es kamen 20.000 Konservendosen von 2.500 Schülern und Lehrern zusammen. Es gab sogar eine Trophähe für den Lehrer, dessen Klasse die meisten Konserven eingeholt hatte. Spenden ist defenitiv sehr beliebt in den U.S.A. und bereitet den Menschen Freude und Stolz (jedenfalls ist es das, was ich so mitbekommen habe).
Zu Hause angekommen hieß es endlich relaxen. Ferien waren angesagt.
Ich fands klasse Abend so gegen 22:00 Uhr das Haus zu verlassen, um mit meiner Hostmum last minute Geschenkbesorgungen zu erledigen. In den Vorgärten war alles weihnachtlich geschmückt und wenn ich geschmückt sage, dann meine ich das auch so. Kaum ein Haus am Straßenrand, das nicht mit Lichterketten bedeckt war und ich habe bestimmt zehn verschiedene aufblasbare Weihnachtsmänner, Rentiere und Tannenbäume gesehn. Da haben die Amerikaner wirklich Spaß dran. Wir haben sogar ein Haus in der Gegend, dessen Besitzer ein lebensgroßes Karusell, unzählige Lichter und Pferfferminzstangen im Garten stehen haben. Das Haus sieht aus wie das Lebkuchenhaus aus „Hänsel und Gretel“. Vor dem Haus steht allerdings ein Kästchen für Spenden für den Hausbesitzer, damit er die, wegen der Lichter wirklich hohe Stromrechnung, bezahlen kann. So etwas findet man in Deutschland, glaube ich, nicht.
Heilig Abend kam. Heather, meine hostmum, Grandma und ich standen den ganzen Tag in der Küche und bereiteten das Dinner vor und backten Weihnachtsplätzchen.
Ich habe meinen ínzwischen berühmt berüchtigten Russischen Salat gemacht (Kartoffeln, gekochte Eier, saure Gurken, ein bisschen Zwiebeln, Hänchenbrust, Karotten und Majo) und Heather hat Käse fondue vorbereitet.
Das Heilig Abend Dinner an sich war nicht so spektakulär. Wir waren ein bisschen spät dran und mussten uns beeilen, um pünktlich in der Kirche zu sein. Hier gab es eine kurze Predigt, haufenweise Musik vom Chor und der Band und am Ende zündeten wir alle eine Kerze an. Da kam wirklich Stimmung auf. Man zündete seine Kerze an der des Nachbarn an, bis der ganze Raum voller Lichter war. Zu allerletzt gab es noch das Abendmal, das bei jedem Gottesdienst stattfindet. Danach ging es für uns alle nach Hause. Mein kleiner hostbrother John Michael hat das ganze Prezedere verschlafen, aber das passiert schon mal, wenn man erst drei Jahre alt ist.
Den Abend hab ich damit verbracht Geschenke zu verpacken, Karten zu schreiben und die Fotos in den Fotorahmen für meine Gasteltern zu stecken und am Ende habe ich sogar noch einen Film mit Heather geguckt (alle anderen waren bereits im Bett). Am folgenden Morgen gab es eine tolle Bescherung. Die Kinder bekommen in meiner Familie immer ein Geschenk vom Weihnachtsmann. Mein kleiner hostbrother, der die ganzen Geschenke unter dem Baum grade erst entdeckt hatte, strahlte genauso wie Tori und war voller Glück, dass er auch was von seinen Eltern und von mir geschenkt bekommen hat. Noch bevor er die Geschenke aufgemacht hatte, kam er auf mich zu und bedankete sich mit einem Grinsen bis über beide Ohren, einer großen Umarmung und einem Kuss auf die Wange. Super süß.
Ich hab ein saucooles Familiengeschenk bekommen: einen Trip nach Kalifornien!
Es war bis Weihnachten noch ein Geheimnis zwischen mir und Heather. Dementsprechend war ich glücklich endlich vor allen anderen sagen zu können: „Juhu, only three weeks to go!“
Am Nachmittag kamen die nahen Verwandten und wir hatten das wirklich festliche Abendessen. Ham und mashed potatos, sowie Mais (amerikanischer Mais ist köstlich!!!) und weiteren Gemüseaufläufen. Yummy!
Das war mein waschechtes, amerikanisches Weihnachten.
Ein sehr schönes!
Klar hat man zu Hause etwas mehr vermisst als sonst, vor allem, weil man zu Hause auch mehr als sonst vermisst wurde. Aber das hat mein Weihnachten kein bisschen negativ beeinflusst. Ist doch schön, wenn man vermisst wird und man weiss ja ganz genau, dass man nächstes Weihnachten wieder zu Hause sein wird, also empfehle ich jedem es mit seiner Gastfamilie zu genießen. Das wird man warscheinlich nur ein Mal im Leben dürfen.
HoHoHo, Magi




