Ich bin jetzt seit gut drei Wochen wieder zurück in Deutschland und zuerst einmal lässt sich sagen, dass ich in Südafrika eine wunderschöne Zeit hatte und sehr froh bin, diesen Auslandsaufenthalt gemacht zu haben.
Während der acht Wochen in Hout Bay habe ich extrem viel erlebt, viel gelernt, sehr viel Spaß gehabt und tolle Freunde gefunden. Unsere Unterkunft in dem kleinen Backpacker Hostel von All out und die Versorgung mit Lebensmitteln war im Großen und Ganzen gut. Unsere Koordinatorin Shelby war immer für uns da und hat uns immer so gut es eben ging unterstützt, wenn wir Fragen oder Probleme hatten z. B. bezüglich der Projekte. Meine Arbeit im Child Care Center Noluthando war extrem anstrengend, hat mir aber auch Spaß gemacht. Der Erziehungsstil in Südafrika entspricht allerdings nicht dem europäischen, woran ich mich erst einmal gewöhnen musste. Auch die Sprachbarriere zwischen den Kindern und mir hat einiges erschwert. Obwohl die Kinder Englisch lernen sollen, sprechen sie nur ein paar Wörter. Erst als ich ein paar Wörter in ihrer Sprache - isiXhosa- gelernt habe, konnte ich mich ein bisschen besser durchsetzen. Insgesamt war es sehr schön in dem Child Care Center zu arbeiten, das täglich um die 50 Kinder aufnimmt, die sich schon nach kurzer Zeit an einen gewöhnt haben und einen ins Herz schließen. Letztlich habe ich mit meinem Aufenthalt zwar nicht die Welt bewegt, aber ich habe immerhin ein paar Kindern beim Schreiben lernen geholfen. Nachmittags waren wir dreimal pro Woche entweder bei iKhaya le themba (einer Art Nachhilfeschule für AIDS-betroffene Kinder) oder bei James Haus, einem Waisenhaus in Hout Bay. In unserer Freizeit haben wir sehr viel unternommen wie z. B. das Kap, den Tafelberg oder Robben Island besichtigt. Wir sind die Long Street in Kapstadt auf und ab gelaufen oder haben verschiedene Strände ausprobiert. Das Highlight für mich war die Woche im Krüger Nationalpark, die auch von All out organisiert wurde und für die ich mir von meinem Projekt Urlaub nehmen konnte, da ich insgesamt 8 Wochen dort war. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch die Hauptstelle von All out (Lidwala Lodge) in Swasiland kennen gelernt.
Gewöhnungsbedürftig war, dass Hout Bay wirklich außerhalb von Kapstadt liegt. Es ist zwar kein Problem, mit den Minibustaxis 20 Min in die Stadt zu fahren, aber gerade nach Einbruch der Dunkelheit ist es ohne teures Taxi nicht möglich wieder heimzukommen (Minibustaxis fahren nur bis ca. 17.30h). Insgesamt würde ich trotz einiger Kritikpunkte sagen, dass das meiste, was ich in den acht Wochen erlebt habe, für einen normalen Touristen in Kapstadt nicht zugänglich ist. Ich habe das Gefühl, mit dem Leben im Township Imizamo Yethu, in dem wir gearbeitet haben, ein sehr wichtiges Stück Afrikas gesehen zu haben, das man nur sieht, wenn man sich für ein Freiwilligenprojekt entscheidet. Der erwartete Kulturschock ist trotz der Armut dort und der komplett anderen Lebenseinstellung nicht aufgetreten. Es war dafür umso schwieriger, als ich zurück in Deutschland war. Um zu sehen, wie einfach wir es in Europa zum Großteil haben und wie schwierig Entwicklungshilfe eigentlich ist, muss man dort unten gewesen sein.
In diesem Sinne: Nkosi sikelel iAfrika! :-)




