Hallo liebes AIFS-Team,
ich und meine Freundin sind letztes Jahr mit AIFS nach Australien und haben das Programm Work and Travel Australia mitgemacht. Nach unserer Rückkehr am 2.April 2010 hab ich mich, per E-Mail, bei AIFS bedankt und gesagt wie toll dieser Trip war. Wir hatten eine tolle Zeit und ein Jahr danach fällt es uns immer noch schwer ohne zu schluchzen in Erinnerungen zu schwelgen. Ein Mitarbeiter fragte bei mir an, ob ich nicht einen Reisebericht schreiben könnte. Damals sagte ich sofort zu, schaffte es aber nie einen zu schreiben. Heute bin ich so weit und im folgenden Abschnitt erzähle ich nun etwas über unsere Zeit :-D.
19. Oktober 2009 um 6:00 Uhr morgens….
… heute ist es so weit unser Trip in das ferne Australien beginnt. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Ständig überlegte ich ob ich nicht etwas lebensnotwendiges vergessen hatte und checkte 100 mal meine Packliste durch. Airport Frankfurt: ein „Tschüss“ an die liebe Familie und schon liefen die Tränen. Machten wir das richtige oder sollten wir wieder umkehren – noch hatten wir die Chance dazu?
21. Oktober 2009…
… „wir sind da!“
In den ersten Tagen in Sydney schulte uns AIFS in allen wichtigen Punkten, die man in OZ beachten bzw. befolgen muss. Wir bekamen das WOOFing-Buch und besorgten uns ein Bankkonto („nab“ ist sehr zu empfehlen). Wir fuhren die ganze Ostküste entlang bis nach Cairns, von dort aus ging es mit dem Flugzeug nach Perth, dann nach Adelaide, Alice Springs, Melbourne, Canberra und schließlich wieder nach Sydney.
Das WOOFing war dabei die beste Erfahrung die wir sammeln konnten. Anders wie manche Backpacker wollten wir nicht nur das Land und die Natur erkunden, sondern auch mit „echten“ Aussis in Kontakt treten. Insgesamt waren wir viermal WOOFen, wenn man die Zeit zusammenrechnet waren wir sieben Wochen in den unterschiedlichsten australischen Familien zuhause.
Da waren die Hippies Mark und Penny die mit ihren zwei Kindern auf dem Land wohnen. Sie haben vor einigen Jahren ein Stück Land um Kempsey gekauft und sich darauf eine Existenz aufgebaut. Unsere Aufgaben dort waren: Unkraut jäten, australische Nativeflowers schneiden, binden und verpacken und mit den Kindern spielen. In unserer Freizeit brachte uns Mark das surfen bei, wir luden Nachbarn ein und veranstalteten Partys, tranken australisches Bier und fuhren mit dem Motorrad.
Wenn uns Markt frage wie spät es ist, antworteten wir im Chor: „It´s beer o´clock!“ J Wir verbrachten Spiel- und Filmabende zusammen und aßen selber gemachtes Popcorn.
Zwischen den Familien verbrachten wir die Tage mit Ausflügen z.B. in den Regenwald, am oder im Meer und mit Freunden die wir kennengelernt hatten. Wir versuchten so viel wie möglich zu Fuß zu erreichen, denn nur so hatten wir die Möglichkeit alles zu sehen.
In Perth wohnten wir zuerst bei einem Polizisten und seiner Familie. Unsere Arbeiten waren lediglich das Haus zu reinigen und ab und an ein deutsches Essen zu kochen. Georg (der Hüter des Gesetztes) behauptete, dass unser Essen nicht so gut sei wie sein australien food. Einmal erwischten wir ihn, als er sich, mitten in der Nacht, über den Kartoffelsalat her machte J.
Jeder der in Australien ist, muss sich unbedingt den Uluru und den Canyon ansehen. Da fährt man zwei Tage lang durch das Land und sieht nur Büsche und ab und an mal ein Pferd oder ein Rind. Auf einer Steckte von 800 Kilometern biegt der Reisebus, einmal rechts und zweimal links ab. Plötzlich ist er da, der Ayers Rock! Der Rock und das Land ziehen einen sofort in seinen mystischen Bann. Ein Tipp von mir, nimmt ein Fliegennetz mit, denn die Fliegen sind dort sehr aufdringlich.

Wenn ihr schon mal auf dem Weg zum Uluru sind, dann schaut doch mal bei Coober Pedy vorbei. Das ist eine unterirdische Stadt im Outback, in der die weltbekannten Opale zu tage gefördert werden. Aber passt auf, dass ihr nicht in eines der vielen Löcher fällt oder über einen meterhohen Sandberg stolpert.
Jeder der sich für einen Trip entscheidet sollte aber auch bedenken, dass es sehr anstrengend ist. Oft wachten wir morgens auf und wussten nicht wo wir abends wieder ins Bett gehen sollten. Es ist die Reise ins Ungewisse, aber wenn ihr mich/uns fragt, dann war es genau das was Australien so spannend gemacht hat.
Man sollte flexibel sein und nichts dagegen haben, wenn man mit Ameisen das Bett oder den Teller teilen muss. Die Australier nehmen es mit der Sauberkeit nicht so genau wie wir.
Wir hatten einmal den Fall, dass es keine gescheite Toilette gab. Meine erste Reaktion war: „Nee hier hau ich wieder ab!“. Wenn man sich aber darauf einlässt, dann kann man sogar dieser Situation etwas Gutes abgewinnen, denn wer hat schon einen so schönen Sternenhimmel auf seiner Toilette?!?!
Eines Tages war das Glück auf unserer Seite, denn wir fanden durch Zufall einen Job. Es war kurz vor Weihnachten und wir waren gerade mit dem Greyhound Bus auf dem Weg nach Bundaberg. Weil wir keine Möglichkeit hatten ein Hostel zu buchen, sind wir auf Gut-Glück losgefahren. Nach unseren Erfahrungen gab es in fast jedem Ort eine Herberge und wir wollen nach unserer Ankunft einfach jemanden fragen. Doch als wir ankamen, war dort niemand, absolut keiner war zu sehen. Wir gingen über die Straße und klopften an einem Backsteinhaus. Schneller als wir schauen konnten buchte uns der Hostelbesitzer ein. Das Workinghostel hatte gerade sehr viel Arbeit, denn an Weihnachten sind die Mangobäume reif. Alle Arbeiter waren über die Feiertag nach Sydney gefahren.
Wir fuhren morgens um 5:00 am zu unserer Plantage. Bis 12:00 mussten wir auf dem Feld die Früchte einholen, die wir nach unserer Mittagspause aussortieren und verpacken sollten. Der Job war einfach und die Leute waren sehr nett aber man musste schnell arbeiten, denn der Chef behielt einen im Auge und wenn man nicht schnell genug war, dann wurde man gefeuert. An Weihnachten tranken wir zusammen Bundaberg-Rum mit Cola, der Chef trank mit. Nach einer Woche verließen wir das Workinghostel wieder, denn wir wollten Silvester in Airlie Beach sein.
Einmal hatten wir keinen so guten Job. Wir fanden eine Ausschreibung „Tomatenpicking“ in Childers. Sofort machten wir uns auf den Weg dorthin, aber was uns erwartete war der Horror. Wir hatten keine Unterkunft, sondern mussten in einem viel zu kleinen Zelt auf einem Campingplatz wohnen. Der Campingplatz lag in der prallen Sonne und eine Küche gab es praktisch nicht. Das Tomatenpflücken war reine Abzocke, denn wir wurden nach Eimern bezahlt. Es gab so wenig Tomaten, dass wir kaum einen Eimer zusammen brachten und damit nur sieben Dollar am Tag verdienten. Als wir einen Tag später mit dem Greyhoundbus abreisten, lachte der Busfahrer und fragte uns wie lange wir es ausgehalten hatten: „ein Tag“…das Lachen wurde lauter.
Ich könnte euch so noch Stunden weiter erzählen aber das würde den Rahmen sprängen. Wer Lust hat, kann sich mal meinen Blog im Internet ansehen (www.mymapblog.com/elsche).
Wir können wirklich jedem raten diese Reise zu tun aber man muss sich genau überlegen was man will und ob man der Sache gewachsen ist. Wir haben von einigen Backpackern gehört, dass sie schon vorzeitig abgereist sind, weil sie es körperlich nicht mehr schafften. Ich will mit meinem Bericht niemandem Angst machen, denn die positiven Erfahrungen überwiegen auf jeden Fall und sind wir doch mal ehrlich, was uns nicht umbringt macht uns starkJ.
Wer will kann mit den Australiern richtig viel Spaß haben und bei Heimweh einfach in den Aldi gehen, da ist alles German.
Während unserer Reise trafen wir auf viele Menschen, die der Meinung waren, dass der Trip ohne Organisation besser gewesen wäre, aber das sehen wir nicht so. Mit AIFS hatten wir eine Organisation, die uns schon im Vorfeld optimal betreut hat. Ich habe zwar Verwandtschaft in Australien, aber wenn etwas passiert, dann braucht man jemand der sich um einen kümmert und der weiß, wie das australische Gesundheitssystem funktioniert. Mit AIFS war immer eine Nummer im Handy gespeichert, die einem Sicherheit gab. So ließ sich das Reisen noch besser genießen.
Liebe Grüße
Eure Elena




