Hallo AIFS Australia Sydney! Hallo AIFS Saarbrücken!
4 Monate ist es jetzt schon her, dass ich den deutschen Boden verlassen habe, um mich auf mein großes Abenteuer "auf und davon" zu machen. Da erschien es mir als eine gute Idee, euch mal einen kurzen Bericht über meine bisherige Zeit in Down Under zu liefern. :-) Es fing alles damit an, dass ich eines Tages mit meiner Mama in Saarbrücken aufgekreuzt bin, um das AIFS Büro aufzusuchen. Wollte einfach ein paar Fragen stellen und meiner Mama ein wenig Sicherheit geben. Ich weiß nicht, ob Sie sich noch an mich erinnern können Frau Friederike Schöneck-Böttger, aber Sie haben mir damals wirklich weitergeholfen meinen Weg nach Australien vorzubereiten. Danke dafür! :-)
Nun aber zu meiner Zeit hier. Nachdem ich eine wunderbare Einführung in das Leben Down-Under erhalten hatte, (Danke AIFS Team in Sydney!) und mit dem Wissen, dass ich jederzeit jemanden hinter mir stehen habe, ging meine Reise also los! Meine ersten 5 Tage in Sydney habe ich hauptsächlich damit verbracht mein Konto einzurichten, mir einen günstigen Handyvertrag zu suchen und all die neuen Eindrücke zu verarbeiten und aufzunehmen. Meinen ersten Schock habe ich erlitten, als ich mir die Lebensmittelpreise angesehen habe. Aber im Nachhinein ist das ganze gar nicht so dramatisch. Man passt sich eben an. Und man ist eben in Australien und nicht in Europa. Man sollte also damit aufhören ständig Vergleiche zu ziehen. Wie auch immer. Nach meinen ersten 5 Tagen im WakeUp! Hostel in Sydney, was ich wirklich als 1a Unterkunft erfahren habe, entschied ich mich dazu in ein anderes Hostel zu ziehen. Ich musste mich einfach nach etwas preiswerterem umsehen. Auf Empfehlungen des AIFS Teams entschied ich mich schließlich ins Rooftop Hostel zu ziehen, das mit seinen 19$ pro Nacht wirklich ein unschlagbares Preisangebot hatte. Der Unterschied zum vorherigen Hostel war offensichtlich, dennoch erfuhr ich das Rooftop als Klasse Möglichkeit preiswert zu nächtigen. Küche, freier Internetzugang in jedem Zimmer(!), eigene Fernseher im Zimmer, DVD-Player und jedes Zimmer mit eigenem Bad - was will man mehr? Dennoch musste ich mich langsam umsehen, was ich mit meinem "neuen Leben" anstellen wollte. Da mein Geldvorrat langsam aber sicher schrumpfte, und ich das mit einem leichten Anflug von Panik zu Kenntnis nahm, entschied ich mich mir einen WWOOF Job zu suchen. Gesagt- getan. Ich verbrachte also 2 Tage lang damit mein wirklich hilfreiches WWOOFBook nach Farmen zu durchstöbern, die mir zusagten. Der erste Anruf kostete mich eine riesen Überwindung. Doch zusammen mit einer Deutschen, die ich über AIFS kennen gelernt habe, meisterten wir diese erste Prüfung. So bekam ich also eine Zusage. Doch bevor ich Sydney verlassen konnte, durfte ich mich glücklich schätzen und AIFS bei einem Fotoshooting zur Seite stehen. Mit 5 anderen Reisenden und dem AIFS Team + Fotograf erlebte ich einen unvergesslichen Tag. Einen Tag später ging es dann los zu meiner ersten WWOOF Farm, die sich in Kempsey- 6 Stunden nördlich von Sydney- befand. Ganz schön aufgeregt trat ich also meine erste Zugfahrt an. Ich hatte keine Ahnung was mich erwartete oder was ich zu erwarten hatte. Was ich nicht wusste, zu diesem Zeitpunkt gab es Überschwemmungen in Kempsey und das ganze Gebiet war überflutet. Doch der Zug fuhr ganz normal ab, sodass ich meine WWOOF Familie kennen lernen konnte. Am Bahnhof wurde ich schließlich von einer supernetten Familie abgeholt. Die nächsten 2 Wochen lebte ich dann mit der Familie unter einem Dach. Da waren Courtney (27) und Daniel (52)- verheiratet; Courtneys Mutter - Deutsche; und die drei Kinder (1&11&13). Ich erlebte einfach eine unvergessliche Zeit. Die ganze Familie bemühte sich mir eine schöne Zeit zu bereiten! Wirklich liebevoll bemühten sie sich um mein Wohl. Mir ist die ganze Familie in dieser Zeit richtig ans Herz gewachsen. Und selbst jetzt stehen wir noch in Kontakt, um uns gegenseitig auf dem Laufenden zu halten.
Nach den 2 Wochen in Kempsey ging es ab nach Tamworth. Dort erwarteten mich 5 Tage Jillaro Abenteuer mit Tim Skerret auf der LeconfieldFarm! Den Kurs hatte ich bereits in Sydney über AIFS gebucht, da ich wusste, dass ich zukünftig auf einer Farm arbeiten möchte, erschien mir dieser Kurs als eine gute Investition. Schweren Herzens musste ich also meine WWOOF Familie verlassen. Den letzten Abend schauten wir "Wolf Creek", was mir nicht unbedingt gut tat :-D
Um nach Tamworth zu kommen, musste ich einen Zug zurück nach Sydney nehmen um von dort mit dem Zug nach Tamworth zu gelangen. Nach 14 Stunden auf Achse kam ich dann schließlich in Tamworth an. Erschöpft, aber froh es geschafft zu haben. Hatte mir eine Nacht im YHA gebucht, was sich wirklich als superfreundliches Hostel herrausstellte. Im YHA lernte ich dann gleich 3 andere Mädels kennen, die ebenfalls die nächsten 5 Tage auf Leconfield verbringen würden. Die nächsten 5 Tage waren einfach unvergesslich und aufregend! Ich habe so viel gelernt und so viel erlebt! Wir schärten Schafe, beschlugen Hufe und lernten eine Menge über den Umgang mit Pferden. Wie es der Zufall wollte, hat sich für die 5 Tage eine australisches Kamerateam angekündigt, um eine 5 Minutige Reportage über Leconfield zu drehen. Ausgerechnet mich, mit meinem Englisch im Anfängerstatus, haben sie sich dann ausgesucht um ein kleines Interview zu drehen. Ich fischte ziemlich nach Worten und redete mich um Hals und Kragen;-) doch letztendlich hat sich dann anscheinend doch etwas Brauchbares gefunden. So landete ich für 10 Sekunden im australischen Fernsehen in der Karri Anne Show. Hier ist der Link, falls ihr euch das ansehen möchtet:
http://channelnine.ninemsn.com.au/Blog.aspx?&blogentryid=848772&showcomments=true
Zu meinem Erstaunen fragte mich Tim nach den 5 Tagen schließlich, ob ich nicht bleiben wollte um für ihn zu arbeiten. Da ich mich immer noch auf Jobsuche befand, als in allem ein unschlagbares Angebot! Mein ursprünglicher Plan war jedoch Richtung Norden zu reisen, um das gute Wetter dort auszukosten und mich dort auf Jobsuche begeben. Also entschied ich mich dafür meinen Plänen zu folgen und das Angebot von Tim dankbar abzulehnen. Jedoch fragte ich ihn, ob ich darauf zurückgreifen könne, sobald mich meine Wege wieder zurück führen würden. Lucky me - ich bin jederzeit willkommen? So endeten also 5 wunderbare Tage für mich!
Ich entschied mich dazu einen Bus zu buchen und nach Brisbane zu reisen, um mich dort nach Jobangeboten umzuhören. Gesagt-getan! In Brisbane angekommen buchte ich mich im Base Hostel ein. Alles in allem ein anständiges Hostel. Konnte mich nicht beklagen. Auf meiner Reise nach Brisbane begleiteten mich zwei Mädels, die ich auf Leconfield kennen lernen durfte. Eine Dutch die andere aus California. Wir erkundeten Brisbane gemeinsam und sahen den neuen Harry Potter im Kino. Meine letzten zwei Tage verbrachte ich dann im Krankenhaus. Nicht jedoch wegen mir- zum Glück! Das Kalifornische Mädchen hatte Schmerzen und musste eine Nacht im Krankenhaus verbringen. Was sich als kostspielig herausstellte: 1000 $ die Nacht + 1500 $ für alle Untersuchungen! Letztendlich musste sie Australien verlassen und heim fliegen, um später zurückzukommen, da die Ärzte nicht wussten was das Problem war. Ich hatte immer noch das Problem der Jobsuche zu bewältigen. Also fing ich an mich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Ich hatte den Vorteil, dass ich bereits wusste was ich machen möchte: Arbeiten auf einer Farm. Also durchsuchte ich das Internet nach Pferdefarmen. Nach einiger Zeit kam mir dann die brillante Idee im Lonely Planet nach Farmen zu suchen. Ich schrieb einige Farmen an. Letztendlich bekam ich eine Zusage von einer Farm namens: MYELLAFARMSTAY in Rockhampton. Die Arbeit, die sie mir anboten bestand hauptsächlich aus Domestic Work. Nicht gerade das was ich mir vorgestellt hatte. Aber es bestand wirklich die Möglichkeit gutes Geld zu verdienen, mit dem ich dann dazu in der Lage sein würde meine Reise fortzusetzen. Außerdem hatte sich mein Geldvorrat nach 10 Tagen in Brisbane wirklich rapide verkleinert. Also ging es ab mit dem nächsten Bus nach Rockhampton, wo ich abgeholt wurde und auf die Farm gebracht wurde. Und hier bin ich heute noch! Ich wurde so herzlich empfangen und das ganze Team ist wie eine zweite Familie für mich. Ich arbeite 5 Tage die Woche 9 Stunden am Tag.
Ich kann mich wirklich glücklich schätzen. Ich werde noch einen Monat hier bleiben, um mich dann in mein nächstes Abenteuer zu stürzen! Ich kann es kaum erwarten was mich als nächstes erwarten wird. Vielen Dank für eure großartige Hilfe und Unterstützung!
Liebste Grüße
Eure Lisa
P.s.: Hier sind noch ein paar mehr oder weniger hilfreiche Erfahrungen, die ich gemacht habe und die ich gerne mit euch teilen würde, sodass ihr diese an andere Reisende weitertragen könnt: Die günstigste Handykarte, um nach Deutschland zu telefonieren ist Lycamobile. Man kann sie in Woolworth kaufen und bezahlt einen halben Cent pro Minute nach Deutschland!
Wenn jemand fragt "How are you" antworte ich am liebsten mit "not too bad" or "not bad". Mir hat jemand erzählt, dass es vielleicht unhöflich erscheint"good" or "very good" zu antworten, da es dem anderen womöglich das Gefühl gibt, dass man hervorheben möchte wie gut es einem geht ohne Rücksicht auf die Stimmung des anderen zu nehmen (oder so ähnlich ;) ) Anfangs erschien es mir völlig abwegig mit Deutschen in Australien Englisch zu sprechen. Wozu auch wenn Deutsch so viel einfacher ist? Habe mich immer ein wenig geärgert wenn andere Deutsche nur Englisch sprechen wollten. Jetzt, nach einiger Zeit, kann ich das vollkommen verstehen. Ich hasse es mittlerweile, dass die meisten Deutschen sofort auf Deutsch umschalten wenn sie andere Deutsche treffen, ohne Rücksicht auf ihr Umfeld. Es ist einfach total unhöflich gegenüber anderen, die kein Deutsch verstehen und total nervig, ständig die Sprachen switchen zu müssen! Mittlerweile spreche ich auch mit Deutschen nur noch Englisch egal ob diese mir Deutsch antworten. Es ist hier völlig unnormal Pferd zu essen! Pferde haben für Australier eine besondere Bedeutung. "Pferde sind nicht zum essen da, sondern zum reiten!\" Wie auch immer. Ich fand das sehr interessant! Das erste Mal, als ich vor einer australischen Ampel stand, habe ich mich beinahe auf den Boden geschmissen und geschrien: "Bitte nicht schießen!" , als es grün wurde. Vielleicht solltet ihr zukünftige Backpacker vor diesem merkwürdigen Geräusch warnen, das aus den Ampelkasten ertönt? :) Und so viel mehr! Aber wenn man sich erinnern möchte fällt einem das alles nicht mehr ein.




